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Tante Gerda hat von Aldi die Stöcke gekauft, die mit Schlaufen und Gummifüßchen. "Frau Obermayer", hatte ihr Arzt gesagt, "Sie bewegen sich zu wenig!" Tante Gerda macht jetzt Nordic Walking. "Es trainiert den ganzen Körper", sagt sie begeistert. "Mehr als in die Aldi-Stöcke muss ich nicht investieren", dachte sie. Turnschuhe standen im Keller rum, die alte graue Trainingshose und ein T-Shirt genügen als Sportdress. Den Schnupperkurs zahlt zu 80 Prozent die Krankenkasse. Doch nun denkt Tante Gerda ganz anders.
Für Stöcke sollte man wenistens 50 Euro locker machen und sich im Sportfachhandel beraten lassen, sagt ihr Nordic-Walking-Instructor. Den Pacer HM Carbon mit Nordic Trigger, dem abnehmbaren Schlaufenkonzept von Leki, hat sie sich zugelegt. Damit kann man bequem unterwegs die Nase putzen, ohne sich umständlich die Hände aus den Schlaufen zu ziehen. Das Paar Nordic-Walking-Schuhe von Lowa hat sich gleich mit gegönnt. Die haben spezielle Fersenspoiler mit Dämpfungselement, eine gerade Auftrttsfläche und leichtes, luftdurchlässiges und strapazierfähiges Mehs-Material. Nächste Woche will sie noch mal hin. Denn mit der trainingsshose ist sie in der Walking-Gruppe out. Da gibt es doch Funktionalers und Schickers. Selbst in Ihrer Größe. Und diese Handschuhe, die die Sonne durchlassen. [...]
So stellen sich Sportartikelhersteller und Fachhandel das vor und wittern gute Geschäfte. Sie habe das flotte Gehen mit beschwingtem Stockeinsatz zum Trend erklärt und wollen es als Breitensport etablieren.
Frankfurter Rundschau, Freitag, 2. Juli 2004 | Nr. 151
von Iris Hilberth |